Liebe real-beat Leser,
haben wir euch fürs HURRICANE ein abwechslungsreiches Programm versprochen? Vom brachialen
Industrial Sound über Pop / Punkrock über charmante Songwriter bis zum
modernen Motown-Sound: mit der „Wundertüte“ HURRICANE Festival wird
eine unvergleichliche Vielfalt an Musik geboten. Frisch bestätigt haben
Nine Inch Nails, Duffy, Paolo Nutini, Anti-Flag, Less Than Jake, Brand
New und Bosse.
Das Hurricane Festival 2009 findet vom 19. - 21. Juni in Scheeßel
statt. Nine Inch Nails sind die populärsten Vertreter des Industrial Sound und
zum großen Teil verantwortlich, diesen einem breiten Publikum
zugänglich gemacht zu haben. Man kann NIN nicht wirklich eine Band
nennen, das einzige offizielle Mitglied ist
Sänger/Produzent/Multi-Instrumentalist Trent Reznor, der allein für
NIN’s musikalische Ausrichtung verantwortlich zeichnet. Die meisten
Songs stammen aus seiner Feder, auch wenn er auf Tour von einer Band
begleitet wird. Anders als andere Vertreter seines Genres schreibt
Reznor melodische und traditionell strukturierte Songs, in denen die
Texte eine zentrale Rolle spielen. Seine „Pop-Instinkte“ machten die
harten elektronischen Beats somit nicht nur leichter verdaulich,
sondern gaben einem Stil, der sich sonst so mechanisch wie möglich
präsentierte, ein menschliches Gesicht. Reznors dunkle, brütende und
provokative Aura machten ihn zum Star und Sexsymbol vom Kaliber eines
Jim Morrison der 90er. Nach dieser Tour soll auf eine unbestimmte Zeit
vorläufig Pause sein für Nine Inch Nails
Unterstützt durch eine sechsköpfige Band – Sgt. Meadows, Ben. E.,
Greeno, Mr T, Ayo & Karlos –, muss man den Sound von Duffy zugleich
als nostalgisch und zeitlos beschreiben. „Ich schreibe sämtliche Songs
zunächst ohne Instrumente, als A capella, und dann baue ich später
alles Weitere darum. Auf diese Weise kreieren wir auch diesen
klassischen Retro-Sound. Früher wurde Musik noch auf kleinen
Vierspurgeräten aufgenommen, daher musste die Melodie ganz klar im
Vordergrund stehen. Direkt auf Band eingespielt, hat das Album einen
einzigartigen Klang und eine ganz besondere Ausstrahlung. Zu den
Highlights des Debüts gehören definitiv das sofort ansteckende „Mercy“,
in dem der Geist von Motown weiterlebt, sowie „Warwick Avenue“, das
einen gespannt vor den Boxen in die Knie zwingt, und schließlich die
messerscharfe Hook von „Serious“. Letzten Monat konnte Duffy den
begehrten Brit Award in den Kategorien "British Female Solo Artist",
"British Breakthrough Act" und "Mastercard British Album" mit nach
Hause nehmen.
Die Energie, sich für Ziele einzusetzen, haben viele Menschen nicht –
ganz im Gegensatz zu den vier Jungs von Anti-Flag, die sich neben ihrer
musikalischen Tätigkeit für Amnesty International, PETA, Military Free
Zone, Underground Action Alliance u.v.a. engagieren. Und wie könnte man
diese Energie besser darstellen als in ebenso wütenden wie witzigen
Punkknallern? Schon seit 1988 spielen die Freunde Pat Thetic (Drums)
und Justin Sane (Gesang und Gitarre) zusammen Punkrock in ihrer
Heimatstadt Pittsburgh, Pennsylvania. Dort kann man laut Justin nichts
anderes machen als „either hanging out at the mall, getting fucked out
of our minds on drugs, or attempting to play punkrock”. Dass sich
Anti-Flag für das Richtige entschieden haben, ist offensichtlich.
Bei Less Than Jake gibt es kein Konzert, das nicht als fette Party
endet! Schnelle Riffs, klasse Melodien, mit ihrem als "Pezcore"
bezeichneten wilden Punk-Ska-Mix mit toller Bläsersektion bleibt der
Highschool Ursprung und die einstige Liebe zu 7 Seconds und Descendents
zum Glück nicht verborgen! Das neue Album „GNV FLA“ ist ein Tribut an
ihre Wurzeln und erscheint in den USA auf dem bandeigenen Label „Sleep
It Off Records“. Auch musikalisch schließt sich sozusagen ein Kreis für
die Band um Bandgründer Vinnie Fiorello: schwungvolle Ska-Grooves und
treibende Bläser – das ist der traditionelle Less Than Jake-Sound, wie
man ihn aus den Anfangstagen der Band kennt und mit dem sich die
Amerikaner zu Hause und in Europa eine Riesenfangemeinde erspielt
haben.