"Grey Britain" ist das zweite Album der GALLOWS .Es ist das
wichtigste Punkrock-Album, das in England seit Jahren das Licht der Welt erblickt hat: Drängend, energetisch, böse und offen nihilistisch.
GALLOWS bieten keine Lösung für das, was sie als das Problem sehen. Stattdessen sollen Songs wie I Dread The Night und Misery die Leute daran zu erinnern, das sie leben und Verantwortung tragen. Und statt mit dem Finger wieder mal auf die Politiker zu zeigen, geht die Kritik an die selbstbezogenen, trägen und verlogenen Menschen, die Grey Britain bewohnen. Nach nur einem Album fanden sich GALLOWS als die erfolgreichste Band wieder, die die fruchtbare UK-Hardcore-Szene je hervorbrachte. Ein Deal mit Warner/Epitaph (USA) führte zur Wiederveröffentlichung des Albums und dazu, dass die Band fast überall spielen konnte. Dann kamen die Frontseiten der Magazine, TV-Auftritte, große US-Tourneen und eine Kooperation mit Grime-Künstler Lethal Bizzle auf Staring At The Rude Bois , der klassischen Story urbaner Unzufriedenheit von den Ruts .
Wohl die meisten Bands hätten hier die Chance gesehen, die Kohle zu greifen und auf die Top-10 zu schielen.
Aber GALLOWS sind eben nicht „die meisten Bands“. Stattdessen gehen sie mit Grey Britain genau den anderen Weg: härter, heavier, lauter, tiefer, direkter.
So kommen GALLOWS nun also zurück. Ihre Botschaft ist klarer als je zuvor: Stoppt den Egoismus. Kriegt euer Leben auf die Reihe. Liebe Deinen Nächsten. Und wach auf, bevor es zu spät ist.
Solche klaren Statements sind es, die GALLOWS zu einer unbequemen Band machen. Eine Band, die lieber
Karriere-Harakiri begehen würde, bevor sie sich als Standard betrachten würden. Eine Band, die sowohl Discharge als auch Killing Joke als Einflüsse für das Album heranzieht. Denn trotz all des Applauses und all der Flugmeilen liegt ihnen die alte DIY-Mentalität der Punkbands zugrunde, die in krassem Gegensatz zur der Mainstream-Welt steht, deren Angebote sie konstant widerstehen.
Hörprobe Gallows
foto: Frank Carter